Africa '94 :
Grenzübertritt Sudan - Agypten


Route : Uganda, Kenia, Äthiopien, Eritrea, Sudan, Ägypten, Israel, Zypern, Italien, Österreich, Deutschland
Problem :
Grenzübertritt von Wadi Halfa ( Sudan ) nach Assuan ( Ägypten )
Normalerweise bereiten Grenzübertritte nur geringe Probleme und meistens sind spätestens nach einigen Tag alle Formalitäten erledigt. Leider nicht so bei der Einreise nach Ägypten.
Der Nil ist im südlichen Ägypten, bis weit in den Sudan hinein aufgestaut durch einen in Assuan errichteten Damm. Der Stausee heißt Lake Nasser, nach dem damaligen Ägyptischen Staatspräsidenten. Wir erreichten nach langer Wüstenfahrt die letzte Zollstation auf Sudanesischem Gebiet in der Stadt Wadi Halfa. Wadi Halfa ist eine trostlose Stadt, tief in der nubischen Wüste. Ehemals ein blühendes Handelszentrum und Drehscheibe für den Internationalen Flugverkehr nach Ostafrika, ist das alte Wadi Halfa mit dem Ansteigen des Wasserspiegels im Lake Nasser untergegangen. Die neue Ansammlung von Lehmhütten in die die Bewohner umzogen, hat nichts mehr vom ehemaligen Glanz Wadi Halfas. Einzelne Bewohner sind zwar sehr engagiert, aber der extrem unstete Wasserspiegel des Lake Nasser hat bis jetzt alle Bemühungen zunichte gemacht. Wadi Halfa liegt direkt am Wasser, aber es wächst kein einziger Baum, kaum ein Strauch und an den Anbau von Gemüse oder Getreide ist nicht zu denken. Der Wasserstand schwankt innerhalb eines Jahres um mehr als zehn Höhenmeter. Keine Pflanze kann so tiefe Wurzeln bilden. Nur leistungsfähige Pumpen könnten in den Trockenmonaten das Wasser so hoch fördern. Aber für solche Pumpen fehlt dass Geld und die Energie. Zwar gelang der Versuch Wasser zu fördern mit Hilfe einer von der GTZ errichteten, windgetriebenen Pumpe, aber die entstanden Gärten wurden wenige Jahre später wieder zerstört. Aufgrund der zunehmenden Verschlammung des Stausees hatten die Ägypter den maximalen Wasserstand um mehrere Meter erhöht. Die Gärten und auch die Windpumpe versanken im Wasser und das neue Wadi Halfa verlor sein einziges Grün.

Die letzte Brücke über den Nil bzw. den Nasser Stausee war in Khartum, der Hauptstadt des Sudan, ca. 5 Tagesreisen von Wadi Halfa entfernt. Die nächste möglichkeit ist in Assuan der Damm. Wir erfuhren, dass eine Einreise nach Ägypten nur über den Seeweg nach Assuan erlaubt sei. Dies missfiel uns natürlich, da eine Schiffspassage mit mehreren hundert DM nicht nur teuer sondern auch schwierig zu organisieren war. Es mussten genügend weitere Touristenautos gefunden werden um eine Fähre chartern zu können. Nun ist aber Wadi Halfa nicht gerade eine vielbefahrene Route und es konnte dauern bis wir genügend Leute zusammen hatten. Die Idee, doch dem Ostufer entlang, nach Assuan zu gelangen wurde durch Erzählungen zerstreut, das Expeditionsfahrzeuge, die diese Route versucht hatten, von Ägyptischen Kampfjets angegriffen worden waren. Die Missgunst zwischen den Ägyptern und den Nubiern brachte unser lokalen Freunde dann auch zu der Vermutung das in dem riesigen menschenleeren Gebiet zwischen dem Nil und dem roten Meer Dinge lagern, die dort nicht hingehören. Mit Chemie oder gar Atomabfällen, die auf diese weise entsorgt werden lässt sich sicherlich viel Geld verdienen. Zufällig vorbeikommende Touristen aus der ersten Welt, ausgerüstet mit Kameras, GPS und wüstentauglichen Gelädefahrzeugen, sind dann sicherlich nicht gerne in diesem Gebiet gesehen.

Es bestand weiterhin die Möglichkeit eine Sudanesische Fähre zu chartern und damit an das Westufer überzusetzen. Von dort aus hätte man dann auch über den Landweg nach Assuan gelange können. Es wurde aber berichtet, dass Reisende, die dies versucht hätten, von der Ägyptischen Polizei festgenommen worden währen. Aufgrund Ihrer, aus Ägyptischer Sicht, Illegalen Einreise, wurden Ihre Fahrzeuge dann konfisziert und die Leute auf eigene Kosten per Flugzeug des Landes verwiesen. Also auch keine wirklich gute Möglichkeit.

Mittlerweile waren schon mehrere Tage verstrichen. Wir fuhren jeden Tag von unserem Nachtlager bei Mohamed am See, in die Stadt, um uns beim Fährbüro zu erkundigen wann der nächste Pontonschlepper kommen würde, der uns auf dem Seewege nach Assuan bringen könnte. Dort hiess es jeden tag : tomorrow, tomorrow, Insahallah ( so Gott will ). Manchmal wurde man ein wenig konkreter: Naja, bis jetzt sei noch kein Schiff in Assuan abgefahren. Vielleicht dann nächste Woche ….

So vergingen die Tage. Wir hatten nichts zu tun und die Wartezeit wurde immer quälender. Es gibt dort nichts zu tun, mitten in der Wüste. Über Tage ist es so heiß, dass körperliche Arbeit sehr schwer fällt. Die tägliche Fahrt zum Fährbüro und zur Eisfabrik war die einzige Abwechslung die sich uns bot. Mit dem Eis kühlten wir unsern Hibiskustee, der mit so viel Hibiskus zubereitet wurde, dass er schon an Saft erinnerte.

Jeden Tag das selbe, aber dann endlich, nach über 10 Tagen erfuhren wir dann, dass ein großes Schiff kommen würde. Wir waren sehr erleichtert und die drei Tage die das Schiff über den See braucht vergingen schnell. Das Schiff war groß, es war eine Große Passagierfähre, auf der aber leider keine Fahrzeuge verladen werden konnten. Enttäuschung und Frustration machten sich breit. Zwei wochen warten in der Wüste und wieder keinen Erfolg. Wann das nächste Schiff wohl kommen würde…

Ostroute : Kampfjets sind besser als Gelände-LKWs…

Westroute : Fahrzeug verlieren und augewiesen werden …

Es ergab sich noch eine andere, verwegene Möglichkeit. Eine seit jahren nicht mehr benutzte Route führte vom Westufer quer duch die Sahara nach Lybien. Die Piste war vor Jahrzehnten ,it Tonnen Markiert worden, wurde aber nicht mehr genutzt. Leuider gabes aber auch hier Bürokratische Probleme. Einen Einreise nach Lybiern ist nur mit einem gültigen Visum möglich.

Da mein Bruder und zwei weitere mitglieder unseres Teams aufgrund des beginnendes Studiums berits unter Zeitdruck stamden, beschlossen wir uns aufzuteieln. Die eine Crew fuhr also auf der Passagierfähre nach Assuan und machte sich von dort aus auf den Heimweg : den Nil hoch noch Kairo und dann auf dem Luftwege zurück nach Deutschland, mit dem Auftrag ein Lybisches >Visum für den zweitpass zu besorgen.

Inzwischen vergingen die Tage und wochen und wir zweifelten, ob wir jeh diesen Ort verlassen können würden. Jeden Tag fuhren wir zu Fährbüro um nach den neusten Informtionen zu fragen. Dort hiess es wie üblich : tomorrow, tomorrow, Inschaallah …

Nach über dreieinhalb wochen erfuhren wir aber dann doch, dass ein Ponton unterwegs sei, der uns und drei weitere Fahrzeuge, die sich in Wadi Halfa angesammelt hatten auf seinem weg zurück mit nach Assuan zu nehmen. Zu dieser Preis war dann auch das visum für Lybien fertig, wir entschlossen uns aber für den Ponton.

Der Verbund aus zwei Pontons und einem Schlepper tragf plamässig ein und nach mehrtägiger entladung per Hand wurden dann auch in abernteuerlicher Aktion unser LKW und die zwei Geländewasgen verladen. Wir waren dann sehr erleichtert, als wir nach vier wochen entlich nach Assuan aufbrachen.

Zurückblicken lässt sich aber sagen das es eine ganz besondere Zeit war. Diese Reizarmut, aber auch die unglaubliche Schönheit der Wüste die an dieser Stelle so direkt mit dem Wasser zusammentrifft, werden mir immer in Erinnerung bleiben.g

Walzenspinne
Ankunft In Assuan, KFZ Anmeldung
Nummernschild und Ausreise